Von Kostenfaktor zu Wertschöpfungstreiber - Wie kann Beschaffung vom reinen Kostenblock zu einem strategischen Erfolgsfaktor werden?
- Rico Schmid
- vor 17 Stunden
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Stunden
von Raffaele Starace, Senior Executive Advisor, Beerligroup AG
Ein Praxisbeispiel aus der Schweizer Industrie zeigt, welches Potenzial in einem ganzheitlichen Ansatz liegt. In einem herausfordernden Marktumfeld mit hoher Volatilität, gestörten Lieferketten, steigenden Energiepreisen und geopolitischen Unsicherheiten wurde die Beschaffungs- und Lagerorganisation eines führenden Schweizer Industrie- und Recyclingunternehmens gezielt weiterentwickelt. Die Verantwortung für diesen Transformationsprozess lag bei Raffaele Starace, der Einkauf und Zentrallager in einem volumenstarken und operativ komplexen Umfeld führte.
Ausgangspunkt war eine historisch gewachsene Beschaffungsorganisation mit mehreren hundert aktiven Lieferanten, begrenzter Transparenz, fehlenden Zweitquellen sowie einer nur teilweise etablierten Steuerung über Kennzahlen. Statt kurzfristiger Sparprogramme stand ein strategischer Perspektivwechsel im Zentrum. Weg von reiner Kostensenkung, hin zu nachhaltiger Wertschöpfung, Resilienz und unternehmerischer Verantwortung.
Durch strukturierte Neuverhandlungen zentraler Rohstoffverträge, die Einführung einheitlicher Standards, eine konsequente Diversifikation der Lieferantenbasis sowie den Aufbau eines systemgestützten Vertrags- und KPI-Managements konnten zweistellige Effizienz- und Kosteneffekte erzielt werden. Parallel dazu wurden Lagerbestände deutlich reduziert, die Kapitalbindung gesenkt und die Lieferzuverlässigkeit auf ein sehr hohes Service-Level im Bereich von rund 98 Prozent gesteigert.
Ergänzend trugen Initiativen im Bereich Kreislaufwirtschaft und Recycling dazu bei, Ressourcen effizienter zu nutzen. Dies führte zu einer spürbaren Steigerung der Recyclingquote sowie zu einer messbaren Reduktion des CO₂-Ausstosses.
Ein weiterer zentraler Erfolgsfaktor lag im Bereich Leadership. Klare Rollen, gestärkte Lean-Kompetenzen und eine konsequent entwickelte Performancekultur führten zu höherem Engagement im Team und einer stabilen Organisation.
Das Ergebnis ist eine moderne, datenbasierte und robuste Beschaffungs- und Lagerorganisation. Das Beispiel zeigt, wie strategisch ausgerichteter Einkauf unter passenden Rahmenbedingungen einen nachhaltigen wirtschaftlichen, organisatorischen und ökologischen Beitrag zur Unternehmensentwicklung leisten kann.
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